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Aufwärtsentwicklung im Gewerbepark Sol hält
an – Zweckverband startet Planung für eine mögliche
Erweiterung
Der „Gewerbepark Sol“ war eines der ersten interkommunalen
Gewerbegebiete in Baden-Württemberg und das bislang einzige
im Landkreis Böblingen. Träger ist der Zweckverband
„Gewerbepark Sol“ mit den beiden Verbandsmitgliedern
Stadt Holzgerlingen und Gemeinde Weil im Schönbuch. Sitz
der Geschäftsstelle ist im Rathaus Holzgerlingen. Der
Vorsitz wechselt in dreijährigem Turnus und wird derzeit
vom Bürgermeister der Stadt Holzgerlingen wahrgenommen.
Verbandsgründung in den 90er-Jahren
Intensive Verhandlungen und Beratungen in den Jahren 1993
und 1994 führten zur Gründung des Zweckverbandes
am 16.09.1995. Der Grunderwerb für den Gewerbepark sowie
die Bebauungs-, Ausgleichs- und Erschließungsplanung
nahmen das Jahr 1996 in Anspruch. 1997 wurde das Gewerbegebiet
erschlossen. Die geplante Ansiedlung der HP-Tochterfirma Solectron
– jetzt in Herrenberg – war Startschuss für
die Verbandsgründung. „Im Nachhinein sind wir froh,
dass wir bei dieser Ansiedlung nur auf den 2.Platz kamen.
Ohne Solectron nahm der Gewerbepark Sol eine wesentlich dynamischere
Entwicklung. Wir waren in der Flächeneinteilung flexibler
und konnten einen besseren Branchenmix erreichen“, sagt
Weils Bürgermeister Andreas Brand. Die Entscheidung für
Sol sei auch ein politischer Kompromiss zwischen beiden Gemeinden
gewesen. Man habe sich darauf verständigt, ein Gewerbegebiet
im Sol auszuweisen, anstatt über die Bahnlinie auf Holzgerlinger
Markung südlich sich auszudehnen.
Zielsetzung: Arbeitsplätze am Ort halten und sichern
Die Zielsetzung des Zweckverbandes ist in der Verbandssatzung
festgelegt. Der Zweckverband will bestehende Arbeitsplätze
sichern und einen Anreiz zur Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze
bieten. Ortsansässige Firmen, die sich erweitern wollen,
sollen gehalten werden. Der Zweckverband legt Wert auf eine
Mischung von Firmen verschiedener Tätigkeitsgebiete und
Größenordnungen, sowohl im produzierenden Bereich
als auch im Dienstleistungssektor, um möglichst vielen
interessierten Firmen passende Angebote machen und Arbeitsplätze
für verschiedene Qualifikationsstufen anbieten zu können.
Außerdem war es die Absicht, durch die Mixtur verschiedener
Branchen konjunkturell bedingte Schwankungen auffangen zu
können.
Das Verbandsgebiet umfasst ca. 37,7 ha, wovon 28,4 ha auf
Gemarkung Weil im Schönbuch liegen und 9,3 ha auf Gemarkung
der Stadt Holzgerlingen. In dem ersten erschlossenen Abschnitt
standen zusammen mit einer gemeinsam vermarkteten Teilfläche
der Stadt Holzgerlingen insgesamt 19,5 ha an Gewerbeflächen
zur Verfügung. Hinzu kamen 5,5 ha an Straßen, Grünflächen
und Ausgleichsflächen.
Bereits 1996 beschlossen die beteiligten Gremien die Abgrenzung
des Gebietes. Bereits damals entschieden die beteiligten Gemeinden,
dass das Verbandsgebiet im Osten am Feldweg 1007 endet. „Damit
haben wir bereits damals klar und verbindlich gesagt, wo die
maximale Gebietsgrenze für eine zukünftige Bebauung
liegt“. Brand weist auch darauf hin, dass die Entstehung
Sol und die Gebietsabgrenzung zu intensiven Diskussionen in
den Gemeinderäten beider Gemeinden führte und auch
im Breitensteiner Ortschaftsrat. Mehrheitlich gab Weils Gemeinderat
Mitte der 90er-Jahre grünes Licht für die Planung.
Auch im rechtsverbindlichen Regionalplan des Verbandes Region
Stuttgart ist das Gebiet Sol als regional bedeutsamer Gewerbeschwerpunkt
ausgewiesen. Die beiliegend abgedruckte Karte mit Planungsstand
20.03.1996 stellt die damals getroffene Grundsatzentscheidung
zur Gebietsausweisung dar.
Last der Vorfinanzierung getilgt – Zweckverband ist
schuldenfrei
Die Stadt Holzgerlingen und die Gemeinde Weil im Schönbuch
finanzieren gemeinsam den Zweckverband Gewerbepark Sol. Um
den Gewerbepark Sol in seiner heutigen Ausdehnung erwerben
und erschließen zu können, mussten die beiden Gemeinden
21 Mio. DM vorfinanzieren, also annähernd 1.000,- DM
pro Einwohner. Ein zinsverbilligtes Erschließungsdarlehen
der Landeskreditbank über 3 Mio. DM (die Zinsreduzierung
entsprach einer Förderung mit ca. 0,5 Mio. DM) trug dazu
bei, die Finanzierungslast für die beiden Gemeinden zu
reduzieren. Die Verbindlichkeiten für die Herstellung
des Gewerbeparkes sind mittlerweile vollständig getilgt.
Der Zweckverband ist schuldenfrei. Mittlerweile erhalten die
beiden Gemeinden ansehnliche Realsteuereinnahmen aus dem Gewerbegebiet.
In der Verbandssatzung sind auch die Finanzierung und die
Stimmverhältnisse geregelt. Holzgerlingen und Weil haben
je eine Stimme. „Diese setzt den Zwang zur Einigung
voraus. Jeder Verbandspartner ist gleichberechtigt“,
sagt Herr Brand. Alle Einnahmen und Ausgaben werden jeweils
hälftig getragen. Weils Kämmerer Eberhard Brodbeck:
„Die Grundsteuer und Gewerbesteuer werden von jeder
Gemeinde entsprechend dem markungsmäßigen Betriebssitz
veranlagt und am Anfang des neuen Jahres untereinander ausgeglichen.
Die Grundsteuer liegt etwa bei 32.000 pro Jahr im Weilemer
Verbandsgebiet. Erfreulich entwickelt sich die Gewerbesteuer.
Im abgelaufenen Jahr lagen wir bei über 630.000 €
im Zweckverbandsgebiet. Die Tendenz am Jahresanfang 2004 zeigt
bislang nach oben.“
Erfolgreicher Stand der Vermarktung
Von 19,5 ha Gewerbefläche sind – mit Ausnahme
einer Parkplatzfläche und eines kleinere 25 ar großen
Grundstückes – alle vermarktet. Mit den Verkaufserlösen
konnten die Verbindlichkeiten des Zweckverbandes für
den Grunderwerb und die Erschließung weitgehend abgedeckt
werden, so dass heute kein finanzielles Risiko für den
Zweckverband mehr besteht.
Guter Branchenmix im Sol
Vertreten sind Firmen aller Größenordnungen: Von
der Einzelfirma mit vorwiegend örtlichem Bezug, die eine
Gewerbefläche von 20 ar erwirbt über die Firmenfiliale
mittlerer Größe bis zur international bekannten
und renommierten Großfirma, die fast 8 ha Fläche
ankaufte. Im Einzelnen:
| AITIS |
Grünflächenmanagement und Dienstleistungen |
| Alle & Jentz GmbH, GEOPARK I |
Vermietung von Gewerbeflächen |
| Alle & Jentz GmbH, GEOPARK II |
Vermietung von Gewerbeflächen |
| Alle & Jentz. Restfläche GP II |
Vermietung von Gewerbeflächen |
| Alle & Jentz f. Johnson Controls |
Fertigung von Autositzen |
| Casaplan Logistik |
(Lagerung und Auslieferung f.d. Hermes-Versand) |
| Deutsche DOKA GmbH |
Schalungstechnik |
| Eisenmann KG |
Maschinenbau |
| EVS |
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| Fa. Brock GmbH & Co. |
Schilder und Stempel |
| Fa. Gotthilf Frasch |
noch nicht bebaut |
| Fa. Otto Frasch |
Raumaustattungsfachgeschäft und Vermiet. Gew.flächen |
| Firmen Kuhn und Blank |
Immobilienverwaltung und Werbeagentur/Public Relations |
| Jung & Brecht |
Druckerei |
| Hänssler-Verlag GmbH |
Verlagswesen |
| Maurer |
Landschaftsgärtnerei |
| MEWA Textilservice AG |
Textile Dienstleistungssysteme f. Handel und Gewerbe |
| Strapex GmbH |
Verpackungsmaschinen |
| Werbas |
Software zur weltweiten Bewirtschaftung von KFZ-Betrieben |
| Werbas |
Parkflächen |
Momentan baut die Firma Kraft und Bauer, Brandschutzsysteme
ein neues Betriebsgebäude an der Max-Eyth-Straße.
Die Fertigstellung ist in diesem Jahr vorgesehen.
Aufgrund des breitgefächerten Spektrums wurden Arbeitsplätze
für verschiedenste Qualifikationen geschaffen, vom hochspezialisierten
Ingenieur bis hin zum ungelernten Lagerarbeiter. Junge Firmen
und Existenzgründer/-innen können Gewerbeflächen
inklusive der für einen Gewerbebetrieb notwendigen Infrastruktur
anmieten, um in den ersten Jahren die Eigenkapitalbindung
möglichst niedrig zu halten.
Der Gewerbepark Sol lebt von der vertrauensvollen Zusammenarbeit
der Verbandsgemeinden. Die bisherigen Gewerbeansiedlungen
können als Beweis der Entschlossenheit und Tatkraft gemeindlicher
Gremien gesehen werden.
Unübliche Lösungen, zum Beispiel für die Organisation
von Rettungswesen und Feuerwehr, mussten gefunden werden.
Durch eine zielorientierte und effektive Zusammenarbeit zwischen
den beiden Gemeinden und dank der Unterstützung der übergeordneten
Behörden war es möglich, in kurzer Zeit ein erfolgreiches
Modell interkommunaler Zusammenarbeit zu realisieren.
Überplanung des Verbandsgebietes steht an
Im Zuge der Ansiedlung der Firma Johnson Controls gab es
heftige Diskussionen zwischen den beiden Verbandspartnern.
Letztendlich konnte Weil den Verbandspartner überzeugen.
Die Forderung Weils war klar: Zuerst eine Bebauung der vorhandenen
Grundstücke im Verbandsgebiet und keine Einzelfallentscheidung
und eine Planung für die gesamte Erweiterungsfläche
mit der Möglichkeit einer abschnittsweisen Verwirklichung.
Intensiv haben der Zweckverband und beide Gemeinderäte
abgewogen, ob überhaupt ein Bedarf für weitere Gewerbeflächen
besteht. „In der Tat stehen Büroflächen in
einigen Objekten leer. Diese sind aber i.d.R. aufgrund ihres
Zuschnittes und Ausbaus als Büro und nicht als Produktionsflächen
konzipiert und damit nicht beliebig verwertbar. Eine Ausnahme
bildet der Geopark der Reutlinger Firmengruppe Alle und Jentz,
die eine multifunktionale Nutzung erlauben. Wenn wir als Zweckverband,
als Gemeinde Weil im Schönbuch und als Stadt Holzgerlingen
aktive und erfolgreiche Gewerbepolitik betreiben wollen, müssen
wir auch Flächen in Reserve haben, um überhaupt
reagieren zu können. Wir wollen ganz bewusst nicht die
gesamte Erweiterungsfläche erschießen, sondern
nur einen Teilbereich. Die Flächen südöstlich
des Hermes-Versandservice und der Firma AITIS sollen zwar
überplant, aber nicht erschlossen werden. Der Zweckverband
möchte nur im nördlichen Bereich die Grundstücke
erwerben. Dazu haben wir allen Eigentümern ein interessantes
Angebot gemacht“, sagt Herr Brand. Einstimmig haben
die Weilemer Verbandsvertreter den jetzt getroffenen Beschlüssen
zugestimmt.
Die jetzige Planung entspricht den Vorgaben des Weilemer
Gemeinderates. „Genau das ist eingetreten. Beide Gemeinderäte
beschlossen im Jahr 2003 ein Bebauungsplanverfahren für
die jetzt anstehende Überplanung nach Osten. Die Planung
wurde im Ortschaftsrat Breitenstein behandelt und vorgestellt.
Die abgedruckte Planung Variante 1 B ist Gegenstand des laufenden
Bebauungsplanverfahrens.“
In ihrer Sitzung am 08.12.2003 hat die Verbandsversammlung
den Aufstellungsbeschluss für die östliche Erweiterung
des Gewerbeparks “Sol” gefasst. Der Aufstellungsbeschluss
wurde zwischen zeitlich in den Nachrichtenblättern Weil
im Schönbuch und Holzgerlingen öffentlich bekannt
gemacht.
Der vorliegende Vorentwurf wurde auf dem Hintergrund der
getroffener Beschlüsse in beiden Gremien gefasst. Ziel
ist eine abgestimmte Gesamtplanung, die dem Zweckverband ein
größtmögliches Maß an Flexibilität
bei Unternehmensansiedlungen in der Zukunft bietet. Die konkrete
Ausarbeitung erfolgte gemeinsam mit den beteiligten Büros
Planung & Umwelt, Büro Neher und Büro Zoll.
An den städtebaulichen Eckpunkten kann bislang folgendes
festgehalten werden :
Das im Aufstellungsbeschluss zugrunde liegenden Plankonzept
sah eine geradlinige Verlängerung der Max-Eyth-Straße
und der südlichen Erschließungsstraße vor.
Diese beiden Straßenverlängerungen waren durch
eine Nord-Süd verlaufende Straße verbunden, die
das Gebiet in eine östliche und eine westliche Hälfte
geteilt hatte. Dem Vorentwurf liegt nun der Gedanke zugrunde,
diese Nord-Süd-Straße an den Ostrand des Gebietes
zu legen. Diese Konzeption basiert darauf, dass das dadurch
entstehende nördliche Baufenster (Grundstücksgröße
ca. 3,0 ha) großflächig abgegeben werden kann.
Die restliche Fläche im Süden des Gebietes kann
auch problemlos erschlossen werden. Durch die Führung
der Straße ist eine praktisch beliebige Grundstücksaufteilung
möglich. Ein entscheidender Vorteil für die Ostrandstraße
ist der Umstand, dass damit und mit der Gestaltung des Grünstreifens
der Zweckverband die östliche Abgrenzung bzw. Eingrünung
des Gebietes vornimmt. D.h. die Ausgestaltung ist ausschließlich
Sache des Zweckverbandes.
Bei einem Konzept, das am Ostrand des Gebietes ein Baustreifen
zugelassen hätte, wäre ggf. bei jedem Bauvorhaben
die Frage der Randausbildung zu erörtern gewesen und
dies ist nicht nur in der Phase der Genehmigung, sondern auch
im weiteren Zeitablauf.
Bei der in den Gremien andiskutierten Ansiedlung von Kleingewerbe
wäre regelmäßig das Problem aufgetaucht, wie
die der Erschließungsstraße abgewandten Bauplatzflächen
genutzt werden. Erfahrungsgemäß werden auf der
abgewandten Bauplatzseite die weniger attraktiven, aber dennoch
notwendigen Nutzungen eines Gewerbebauplatzes (Abfallmulden,
Lagerfläche etc.) erfolgt.
Aus städtebaulichen und aus gestalterischen Gründen
ist es sehr hoch zu gewichten, dass die Fläche am Ostrand
des Gebietes im Besitz des Zweckverbandes bleibt und damit
auch im Zeitablauf sichergestellt wird, dass eine ansprechende
Gestaltung und Unterhaltung erfolgt. Beibehalten wird das
Konzept der großzügigen Baufenster bei einer Grundflächenzahl
von 0,8. Dies hat sich seither im Gewerbepark „Sol“
bewährt, da auf dieser Grundlage die Bauplatzflächen
je nach Bedarf zugeschnitten werden können.
Abgestufte Gebäudehöhen sind vorgesehen
Eine Abstufung der Gebäudehöhen jeweils an den
Rändern des Gebietes ist im Vorentwurf berücksichtigt.
Das Büro Neher hat anhand von entsprechenden Geländeschnitten
dargestellt, dass eine visuelle Beeinträchtigung insbesondere
Richtung Breitenstein nicht gegeben ist bzw. minimiert wird.
Im östlichsten Bereich ist eine maximale Gebäudehöhe
von 8 bzw. 6 Metern vorgesehen, im westlichen Bereich –
angrenzend an die Firma Werbas – von 11 bzw. 13 Metern.
Gründordnungsplan und Umweltverträglichkeitsprüfung
in Arbeit
Die Verbandsversammlung hat in der Sitzung am 08.12.2003
das Büro Planung und Umwelt, Dr. Koch, mit der Ausarbeitung
des Grünordnungsplanes beauftragt.
Eine weitere Besonderheit des Planungsgebietes liegt darin,
dass die östlich angrenzenden Flächen des Landschaftsschutzgebietes
„Alte Halde“ durch das Land Baden-Württemberg
als Flachlandmähwiese im Rahmen der weiteren FFH - Ausweisung
nachgemeldet wurde. Dies bedeutet, dass eine Verträglichkeitsprüfung
gemäß § 34 Naturschutzgesetz zu erfolgen hat.
Darüber hinaus, dies ist bereits in der Umwelterheblichkeitsstudie
niedergelegt, ist ein Umweltbericht im Sinne des Gesetzes
zur Umweltverträglichkeitsprüfung als Bestandteil
der Begründung des Bebauungsplanes zu erarbeiten.
Beratung und Beschlussfassung im Zweckverband gehen weiter
Der Zweckverband wird sich in seiner nächsten Verbandsversammlung
mit den Anregungen und Vorschlägen zum Bebauungsplan
beschäftigen. Die öffentliche Sitzung wird voraussichtlich
am 10. Mai 2004 im Bürgersaal des Rathauses Weil im Schönbuch
stattfinden. Auf die öffentliche Bekanntmachung wird
hingewiesen.
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